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Neben der Wolle des Schafes werden auch die Haare unterschiedlicher Ziegen verarbeitet.

Ziege nennt man. aber auch eine besondere Rahmenform beim Spinnrad.

Ziege - horizontale Bauweise des Spinnrades Bearbeiten

Die Ziege (auch sächsisches Rad oder Langrad genannt) ist eine in vielen Regionen belibet Spinnradform, die vor allem gerne für die Flachsspinnerei zum Einsatz kam.

Es handelt sich um ein Rad in horizontaler Bauweise, auch liegende Bauweise genannt. Beim Horizontalen Spinnrad sind das Schwungrad und die Spindel nebeneinander angeordnet, sie liegen sozusagen vor dem Spinner.

Der Rahmen besteht neben Beinen und Schwungradgabel vor allem aus einem stabilen Querbrett. Oft steigt der Rahmen zur Spindel hin zumindest leicht an, dadurch entsteht eine Optik die stark an die Umrisse einer Ziege erinnert. Aus diesem Grund wird ein Spinnrad in liegender Bauweise gerne auch als "Ziege" bezeichnet.

Die Anordnung hat keinen Einfluss auf die Art des Antriebes und der Bremse.

http://www.spinnradclub.de/bilder/spinnraeder/ziegerad.gif Spinnrad in horizontaler Bauweise

Ziege - eine Tierart als Faserlieferant Bearbeiten

Die Haare der meisten Ziegen sind hart und drahtig und allenfalls zur Verarbeitung in Form von Teppichen geeignet. Allerdings gibt es einzelne Ziegenarten mit weicherem, langem Fell, die Wollziegen, deren Haare sich gut zum Handspinnen eignen.

Im Ziegenhaar befindet sich kein Lanolin, daher haben die Haare keinen so guten Zusammenhalt wie Schafwolle, was Spinnanfängern oft etwas Probleme bereitet.

ZiegenrassenBearbeiten

Nicht alle Ziegenrassen eignen sich als Faserlieferanten. geeignet sind vor allem langhaarige Rassen doer solche mit feiner, weicher Unterwolle.


MohairBearbeiten

Mohair wird aus den Haaren der Angoraziege, einer Wollziege, gewonnen, die ursprünglich aus Ankara in der Türkei stammt. Diese Ziege ist reinweiß und hat langes, seidiges und lockig herabhängendes Haar, das im gegensatz zur Schafwolle keine Kräuselung aufweist. Es darf nicht mit Angora verwechselt werden, das vom Angorakaninchen stammt.

Mohair ist die spezifisch leichteste Textilfaser und daher etwas ganz besonderes. Das Material ist sehr kostbar und hat einen seidigen Glanz..

Je jünger die Ziege ist desto feiner sind ihre Haare, man unterteilt Mohair deshalb nach der Dicke der Haare (bzw. dem Alter der Ziege von denen diese stammen) in

  • Kid (feinste Faser, erste Schur)
  • Young Goat
  • Adult.

Um den typisch "haarigen" Mohair-Effekt zu erhalten wird das Garn nach dem Verspinnen aufgeraut, oft sogar erst nach der Weiterverarbeitung z.B. dem Verstricken. dies geschieht mit speziellen Mohairbürsten.


KaschmirBearbeiten

Kaschmir engl. Cashmere) wird aus dem feinen Unterhaar der Kashmirziege (= Hyrcusziege), einer Wollziege, die ursprünglich aus dem Himalaya (Tibet, Nepal, Kaschmir) und Pamir stammt, gewonnen. Diese Ziegen, es gibt ca. 20 Unterarten, kommen in unterschiedlichen Färbungen vor, von weiß über grau bis schwarz, aber auch in braun. Heute züchtet man aber vorwiegend weiße Kaschmirziegen, da sich weiße Wolle leichter färben lässt als andersfarbige.

Kaschmirziegen zeichnen sich durch unheimlich weiche, feine Unterwolle aus, deutlich feiner als die dünsten Schafwollen, und gehören zu den feinsten Tierhaaren überhaupt. Verwendet werden nur die flaumigen Unterhaare, die im Fellwechsel im Frühling ausgekämmt werden, die groberen Grannenhaare werden nicht verarbeitet.

Kashmirfasern von erwachsenen Tieren haben einen Durchmesser von 14 - 19 Mikron, noch edler sind die Haare der Jungtiere bei der allerersten Kämmung mit 3 bis 12 Monaten mit 13 bis 13,5 Mikron. Während eine erwachsene Ziege ca. 150 g Fasern liefert erhält man von einem jungen Tier nur max. 80 g

Hartnäckig hält sich das Gerücht es würden nur die Flaumhaare vom Kinn der Ziegen verwendet. Das ist aber meist falsch. Nur einzelne Nobelhersteller (z.B. Brunello Cuccinelli) verfahren so, dies ist aber eher die Ausnahme.

Kaschmir verarbeitet man am besten mit einer Standspindel, z.B. der Orenburgspindel.


CashgoraBearbeiten

Der Lieferant für Cashgora ist eine Ziege die durch die Kreuzung der australischen Buschziegen mit Mohairböcken entstand. Das Ergebnis der Kreuzung waren Ziegen mir einem mattglänzendem, recht feines, weißes Haarkleid, denn die weiße Färbung der Mohairböcke setzte sich genetisch gegenüber dem farbigen Haarkleid der Buschziegen durch.

Die Fasern sind fein, weiß und sehr langstapelig und haben einen feinen matten Glanz.


MoschusochseBearbeiten

Der Moschusoche (auch Bisamochse oder Schafsochse genannt)stammen ursprünglich aus der arktischen Tundra, ist heute aber auch in Grönland, Kanada, Sibirien, Alaska und vereinzelt in Norwegen oder Schweden zu finden. Entgegen der landläufigen Meinung gehört der Moschusochse nicht zu den Rindern sondern zu den Ziegenartigen.

Moschusochsen haben ein langes dichtes Fell, dass aus ca. 5 cm langer Unterwolle und unterschiedlich langen, bis zu 60 cm langen Grannenhaaren besteht. Da Moschusochsen keine Talgdrüsen besitzen ist das Fell nicht wasserabweisend, wie auch bei den meisten anderen Ziegenarten befindet sich in Ihrer Wolle kein Lanolin. Die Tiere sind überwiegend dunkel- bis schwarzbraun, das Fell bleicht aber im Winter oft bis zu gelbbraun aus.

Zur Wollgewinnung wird die Unterwolle der domestizierten Tiere, die sie in den Sommermonaten verlieren mit den Händen ausgekämmt.

Die Unterwolle der Moschusochsen zählt zu den feinsten natürlichen Fasern, wärmt 8x so gut wie Schafswolle und ist weich wie Kaschmir. Wie bei Kaschmir ist es auf Grund des fehlenden Wollfettes und des damit zusammenhängenden schlechten Eigenzusammenhalts für ungeübte Spinner schwierig die Wolle zu verarbeiten.


Waliser Schwarzhalsziege Bearbeiten

Die Haare der langhaarigen Waliser Schwarzhalsziege (auch Sattelziege, Vispertalerziege oder Halsene genannt) sind ebenfalls verspinnbar, im Gegensatz zu Mohair oder Kaschmir sind sie aber recht hart und dick. Diese Hochgebirgsziege ist eine der ältesten Hausziegenrassen, ein deutliches Erkennungsmerkmal ist ihre typische Färbung (vorne schwarz und hinten weiß).

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BezugsquellenBearbeiten