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Der Begriff Vlies ist oft irreführend, denn damit kan ein geschorenes Tierfell, also die Zusammenhängenden Haare eines Schafes, die durch die Schur abgetrennt werden oder eine Platte aus kardierten Fasern verstanden werden. Ausserhalb der Spinnbegriffe kann auch ein Stoff als Vlies bezeichnet werden.

RohvliesBearbeiten

Beim Scheren werden dem Tier, meist dem Schaf, haare abgeschnitten. Bei dichtem Haarkleid und einem geübten Scherer hängen diese am Ende der Schur noch zusammen. Diese Decke aus Haaren, die einem Tierfell ohne haut darunter ähnelt bezeichnet man als Vlies, oft auch als Rohflies


KardenvliesBearbeiten

Läßt man Fasern durch eine Kardiermaschine oder Trommelkarde laufen entsteht ein sogenanntes Vlies oder Kardenvlies, die fasern bezeichnet man dann als kardiert im Vlies. Dies ist eine locher zusammenhängende Platte von Fasern, die noch in verschiedene Richtungen zeigen aber aufgelockert, voneinander getrennt und von groben Unreinheiten gesäuubert wurden.

Vliese eignen sich gut um daraus Streichgarne zu spinnen, also für fluffige, meist dickere garne und werden in der Regel im mittleren oder langen Auszug verarbeitet.


KistenvliesBearbeiten

Manchmal stößt man auch auf den Ausdruck Kistenvlies, ein solches entsteht, wenn die Fasern nach dem kardieren nicht so fest zusammenhängen sondern sich nur kleine Vliesstücke gebildet haben, z.B. beim Kardieren mit Handkarden.

Diese Stücke werden dann in einer Kiste gesammelt. Zuerst wird der Boden damit ausgelegt, so daß sich die Stücke etwas überlappen, dann wird in die Höhe gestapelt. Meist werden die Lagen durch eine Schicht Papier oder einen Pappdeckel getrennt. Die gefüllte Kiste wird dann oben beschwert und einige Zeit stehen gelassen. Die Stücke verbinden sich dadurch etwas mehr und bekommen starke Ähnlichkeit mit dem Kardenvlies.