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Seide ist eine der bekanntesten und edelsten Spinnfasern.

Man unterscheidet unterschiedliche Arten von Seide, je nach Faserlieferant, Qualität und Reinheit.

FaserlieferantBearbeiten

Seide wird entweder von Insekten oder von Muscheln produziert.


InsektenseideBearbeiten

Bei der Insektenseide spinnen die Raupen bestimmter Falter aus den Fäden Ihre Cocons, in denen sie sich Verpuppen. Diese Cocons werden gesammelt (je nach Art mit der Larve drin oder erst nach dem Schlüpfen), Aufgelöst, also der Kleber, der die Fäden zusammenhält, der sogenannte Seidenbast, abgelöst und die einzelnen Fäden dann abgewickelt.


MaulbeerseideBearbeiten

Die "klassische" meist fast weiße Seide ist die Maulbeerseide (=Zuchtseide).

Das ist die Seide die vom Cocon des Maulbeerspinners aus entsprechenden Zuchten kommt. Die Cocons werden noch vor dem Schlüpfen der Larven in heißes Wasser getaucht und dann abgewickelt.

http://www.spinnradclub.de/bilder/fasern/tierisch/maulbeerseide.jpg Maulbeerseide Schappe naturbelassen und schwarz gefärbt

TussahseideBearbeiten

Dann gibt es noch Tussahseide (auch Wildseide, Tussakseide, Tasarseide oder Mugaseide genannt).

Sie stammt vom wild lebenden Seidenspinnern (Tussahspinner). Diese Seide wird erst nach dem Schlüpfen der Falter "geerntet". Sie ist dunkler (meist goldgelb) und weniger glänzen als die Maulbeerseide.

tussahseide005cw8.jpg Tussahseide Schappe (Bildwuelle: Woolina)

EriseideBearbeiten

Außerdem kennt man noch Eriseide vom sogenannten Götterbaumspinner (= Ailanthusspinner). Diese Seide ähnelt der Tussahseide, die Stapellänge ist aber in der Regel noch kürzer.

SacrotseideBearbeiten

Außerdem gibt es die Sacroteseide (=ägyptische Naturseide) vom Sacrotespinner, die wie die Eriseide auch aus bereits verlassenen Cocons gewonnen.


MuschelseideBearbeiten

Muschelseide (= Byssus/ Byssos/ Meerseide/ Seeseide) wird aus den Ankerfäden der im Mittelmeer beheimateten 80 - 100 cm großen edlen Steckmuschel (=Pinna nobilis, auch edle Steckmuschel oder Schinkenmuschel genannt) gewonnen wird.

Die Faser ist goldglänzend, sehr dünn und extrem fest und haltbar.

Muschelseide ist eine Eiweißfaser wie die anderen Seiden auch, lässt sich aber nur sehr schlecht färben. Eine Muschel liefert nur 1-2 g Seide, da sie ohne die Ankerfäden keinen Halt mehr findet überlebt sie die "Ernte" in der Regel nicht und wird wegen Ihres schmackhaften Fleisches gegessen.


ReinheitsgradBearbeiten

Außerdem wird Seide noch nach Ihrer Reinheit unterschieden: Je gründlicher man den Leim, der die Cocons zusammenhält (den sog. Seidenbast) auswäscht, desto empfindlicher aber auch schöner (geschmeidiger/ feiner/ glänzenden) wird die Seide. Grob ausgespült (gerade so, daß man sie abwickeln kann) nennt man sie Rohseide oder Bastseide, die komplett "entbastete" Seide heißt dann Glanzseide oder Cuite-Seide.


QualitätBearbeiten

Beim Auflösen der Cocons entstehen verschiedene Qualitäten von Insektenseide.

RealseideBearbeiten

Realseide (= Haspelseide) sind die langen Seidenfäden von der Mitte des Cocons, diese wird in der Regel nicht im klassichen Sinne versponnen sondern nur abgewickelt. Das klassische Seidengarn besteht aus 6 Fäden. Realseide ist die hochwertigste Seide und hat den schönsten Glanz. Diese Qualität gibt es nur von der auf Seidenplantagen gezogenen Maulbeerseide, denn durch das Schlüpfen der Falter wird der Cocon aufgebrochen, es sind dann nur noch kurze Stücke verfügbar.


SchappeseideBearbeiten

Schappeseide (= Florettseide) sind die Stücke ganz innen und außen bzw. von beschädigten Cocons, also kürzere Stücke. Diese Art der Seide eignet sich gut zum verspinnen.


BourettseideBearbeiten

Bouretteseide sind die ganz kurzen Stücke, also die minderwertigste Qualität. Sie neigt dazu Knötchen zu bilden und wird in erster Linie zur Erreichung von Knötcheneffekten anderen Fasern beigemischt.

http://www.spinnradclub.de/bilder/fasern/tierisch/bouretteseide.jpg Maulbeerseide Bourette mischfaserschwarzkopfkzp3.jpg Spinnfasern und Garn mit Bouretteknötchen

FlockseideBearbeiten

Flockseide wird nicht verarbeitet, es ist das Seidengespinst, das die Raupe als Aufhängung für den Cocon herstellt.

LinksBearbeiten

BezugsquellenBearbeiten