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Der Rahmen beim Spinnrad oder Spindelrad hält die Funktionskomponenten (Spindel, Spule und Spinnflügel, Schwungrad und Tritt) in Position.

In den meisten Fällen ist der Rahmen aus Holz, oft ist er kunstvoll gedrechselt, mit Brandmalereien verziert, beschnitzt oder bemalt.

Grundlegend unterscheiden sich die Rahmen darin, ob Spindel und Schwungrad nebeneinander (horizontale Bauweise) oder untereinander (vertikale Bauweise) angeordnet sind.

Die meisten Rahmen enthalten eine Möglichkeit die Halterung der Spindel näher ans Schwungrad zu bewegen oder davon zu entfernen um die Spannung des Antriebsriemens zu variieren. In den meisten Fällen geschieht dies über Gewindestangen mit denen man die Spinneinheit (= Mother-of-all bestehend aus Spindel, Spule und Spinnflügel)In eine Richtung bewegen kann.

Beim Rahmen ist Stabilität sehr wichtig.


Rahmenformen des SpinnradesBearbeiten

Beim Spinnrad gibt es eine beachtliche Anzahl von unterschiedlichen Rahmenformen, in der regel lassen sich diese aber alle in zwei Kategorien einteilen und zwar in waagrecht oder senkrecht angeordnete Kombinationen aus der Spinneinheit und dem Schwungrad.

Die Anordnung hat keinen Einfluss auf die Art des Antriebes und der Bremse.

Horizontale Bauweise Bearbeiten

Beim Horizontalen Spinnrad (= liegende Bauweise) wie z.B. bei der sogenannten Ziege (= sächsisches Rad)oder dem niederbayerischen Rad sind das Schwungrad und die Spindel nebeneinander angeordnet, sie liegen sozusagen vor dem Spinner.

Unterformen der horizontalen Bauweise sind die ziege und das niederbayerische Rad.


Ziege Bearbeiten

Oft steigt der Rahmen zur Spindel hin zumindest leicht an, dadurch entsteht eine Optik die stark an die Umrisse einer Ziege erinnert. Aus diesem Grund wird ein Spinnrad in liegender Bauweise gerne auch als "Ziege" bezeichnet. Vereinzelt bezeichnet man diese Rahmenform in einzelnen gegenden auch als "Bockrad", in Anlehnung an den Ziegenbock. Dies kann sehr verwirrend sein, da die meisten Regionen unter Bockrad etwas ganz anderes verstehen.

http://www.spinnradclub.de/bilder/spinnraeder/ziegerad.gif

niederbayerisches Rad Bearbeiten

Beim niederbayerischen Rad, auch horizontales Rad im Rahmen/ Käfig genannt, sitzt das Schwungrad im Rahmen geschützt. Der Tritt dieser Radform ist meist quer zum Spinnenden ausgerichtet und daher sehr gewöhnungsbedürftig.

niederbayerischesradwj4.gif

Vertikale Bauweise Bearbeiten

Beim vertikalen Spinnrad (= Bockrad, aufrechte Bauweise) befindet sich die Spindel über dem Schwungrad, die Komponenten sind also aufrecht vor dem Spinner "aufgebockt". Im Englischen wird dieser Spinnradtyp meist als Castle Wheel bezeichnet.

Die Spindel muss nicht direkt über dem Rad sitzen sondern kann auch leicht seitlich versetzt sein, wichtig ist lediglich, daß sie in gerader Linie zum Schwungrad steht. Dem Spinner kann entweder die breite Seite des Schwungrades zugewandt sein, oder er sitzt vor der Lauffläche des Rades.

Sonderformen des Bockrades sind das Hochrad und das Pinguinrad.

Die Anordnung hat keinen Einfluss auf die Art des Antriebes und der Bremse.

http://www.spinnradclub.de/bilder/spinnraeder/vertikalesrad.gif

Hochrad Bearbeiten

Das Hochrad ist eine Sonderform der vertikalen Bauweise. Hier befindet sich zwischen Tritt und Schwungrad eine Zwischenplatte.

Der Aufbau mit Schwungrad und Spindel steht auf einer Art Hocker unter der der Tritt angebracht ist. Das Schwungrad ist oft relativ klein und steht meist quer vor dem Spinner. Die Spindel ist oft etwas seitlich versetzt angeordnet, oft ist sie in einem Gestell gelagert, das sich mittels Gewindestangen in der Höhe am Rahmen verstellen lässt. In manchen regionen wird dieses Rad auch als Bockrad bezeichnet, abgeleitet von "Bockerl" für Hocker, denn es sieht aus als würde es auf einem kleinen Hocker tronen. Das kann sehr verwirrend sein, da unter Bockrad in den meisten Regionen die Bauweise ohne Zwischenplatte gemeint ist.

Diese Art des Spinnrades kann platzsparend in eine Ecke gestellt werden.

http://www.spinnradclub.de/bilder/spinnraeder/hochrad.gif


Pinguinrad Bearbeiten

Das Pinguinrad ist eine Sonderform der vertikalen Bauweise.

Seinen Namen hat es von seiner Rahmenform. Diese ähnelt einem Pinguin, denn die Spindel steht dann wie ein Schnabel hervor, das Trittbrett (meist ein Doppeltritt) erinnert an die Füße des Pinguins und das meist recht große Schwungrad bildet den Körper.

Diese sehr einfache Bauweise wird oft bei Reisespinnrädern verwendet, denn man kann in dieser Form relativ leicht einen zerlegbaren oder zusammenklappbaren Rahmen konstruieren.

Ursprünglich handelte es sich bei dem Pinguinrad um eine moderne Form des Spindelrades, die Bezeichnung hat sich aber zwischenzeitlich auch für Flügelspinnräder dieser bauart durchgesetzt.

http://www.spinnradclub.de/bilder/spinnraeder/pinguin.gif

Irisches Rad Bearbeiten

Auch das irische rad ist eine Sonderform der vertikalen Bauweise. Das besondere an dieser radform ist, daß das Schwungrad hier über der Spindel platziert ist. Dadurch ist das Rad bequem zu spinnen, da alles in recht großer Höhe sitzt, aber auch sehr sperrig.

http://www.spinnradclub.de/bilder/spinnraeder/irischesrad.gif

Rahmenformen des SpindelradesBearbeiten

Beim Spindelrad unterscheidet man zwischen der aufrechten Bauweise wie beim Wollrad oder dem klassischen Charka oder der liegenden Bauweise wie beim Banjo-Charka. Die moderne Form des Spindelrades entspricht dem Pinguinrad.

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