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Die Drechslerei Kummert aus Klötze in der Altmark stellt schon seit Generationen Spinnräder her.

Der Urgroßvater des heutigen Inhabers Jürgen Kummert markierte seine Räder bis 1911 mit einem Namensbrennstempel, die Räder des Vaters waren nicht durch diesen gekennzeichnet.

kummertwp7.jpg

Auch heute werden auf Bestellung noch Spinnräder dort gefertigt, allerdings erfolgt hier keine Serienproduktion. Man bekommt die Spinnräder in unterschiedlichen Hölzern und je nach Wunsch mit Woll- oder Flachswocken.

Die Drechslerei baute zwei Typen von Rädern.


Arbeitsrad Bearbeiten

Das am meisten hergestellten Spinnrad war das "Arbeitsrad" , wie es auf der Abbildung zu sehen ist. Bei der Drechslerei Kummert werden diese Räder "Bockräder " genannt. Das Grundbrett vom "Bock" liegt waagerecht und somit sind auch das Rad und die Spindel nebeneinander waagerecht angeordnet. Diese Spinnräder wurden nur wenig verziert gedrechselt und ohne Lackierung geliefert. Es waren einfach "nur" Arbeitsspinnräder. Unten ist ein altes Rad abgebildet , das aus der Zeit von etwa 1900 stammt und bei Kummert aufgearbeitet wurde. Die meisten Teile waren noch zu verwenden , was für die hohe Qualität bei einfacher Ausführung spricht.

http://www.drechslerei-kummert.de/Spinnradrep.jpg

Das Arbeitsrad der Fa. Kummert ist ein Rad in horizontaler Bauweise. Bei allen Modellen sind das Antriebsrad , die Spindel , die Spule und das Trittbrett ledergelagert. Das Rad besitzt einen zweifädigen Antrieb (ein Riemen der gekreuzt , somit also 2-fach von der Spindel und der Spule zum Antriebsrad gespannt ist). Mit dem drehbaren Spanngriff läßt sich die Spannung des Bandes stufenlos einstellen. Damit ist es möglich den Zug und den Drall des Fadens wie mit einer Rutschkupplung genau einzustellen . Es gibt nur eine Übersetzung.

Technische DatenBearbeiten

  • Durchmesser des Schwungrades: 46 cm
  • Fassungsvermögen der Spulen: ca. 80 g
  • Übersetzungen: etwa 1:10
  • Gewicht: 5 kg
  • Einzugshöhe: ca. 55 cm
  • Einzugsloch: 8 mm

Enthaltenes Zubehör Bearbeiten

  • Wocken
  • 3 Spulen gesamt

Aussteuerrad Bearbeiten

Die 2.Variante ist ein "Aussteuerrad" oder "Brautrad". Bei diesem Rad befindet sich die Spindel über dem Antriebsrad (Driftrad). Die Anordnung von Rad und Spindel sind also vertikal. Wir sprechen dann von einem "Hochrad". Diese Spinnräder wurden deutlich aufwändiger hergestellt und verziert, waren voll funktionstüchtig und damit ein Schmuckstück im Haushalt. Man verwendete z.B. Obsthölzer wie Pflaumenbaum oder Kirsche. Die Spitzen wurden mit gedrechselten Rinderknochenknöpfen verziert , die wie Elfenbein glänzen. Die Oberfläche wurde mit Schellack poliert. Meist waren dies Sonderanfertigungen .

Links Bearbeiten


BezugsquellenBearbeiten