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Katzenhaare können eine sehr reizvolle Faser für Handspinner sein.

Oft meiden die Spinner Katzenhaare, da sie befürchten, die aus Katzenwolle gestrickten Sachen würden bei vielen Leuten Allergien auslösen, allerdings sollte man dabei bedenken, daß die meisten Leute nicht auf das Haar als solches allergisch reagieren sondern vielmehr auf am Haar angelagerte Substanzen wie z.B. Schweiß, Talg oder ausscheidungen von Schädlingen wie z.B. Milben. Wird die Katzenwolle vor der Verarbeitung gewaschen ist dieses Problem in der Regel gelöst. Nur die wenigsten würden auf die Idee kommen Schafwolle ungewaschen zu verspinnen oder gar zu verstricken, da diese oft übel riecht und deutlich erkennbar durch Urin, Kot und Umwelteinflüsse wie Staub, Schlamm oder Pflanzenteile verunreinigt ist.

Am besten verspinnen sich ausgekämmte Katzenhaare, da diese noch Ihre volle Stapellänge haben, geschnittene Haare dagegen sind kürzer, lassen sich schwerer verspinnen und man läuft Gefahr, daß die abgeschnittenen Enden aus dem Garn herausstehen und pieken, wodurch dieses kratzig wirkt.


FaserlieferantBearbeiten

Nicht alle Katzen kommen als Faserlieferant in Frage, manche Rassen eignen sich gut, manche weniger und andere sind praktisch nicht verspinnbar.

Die Stapellänge bei Katzenwolle ist grundsätzlich niedriger als bei Schafwolle, meist auch niedriger als die meisten Hundewollen. Allerdings sind Katzenhaare meist weicher als Hundehaare und damit etwas leichter zu verarbeiten.

Katzenhaare werden oft in andere fasern einkardiert um eine bessere verspinnbarkeit zu erreichen und die Menge zu steigern, da eine Katze in der Regel zu wenig Haare für ein ganzes Handarbeitsprojekt verliert (z.B. Merinowolle + Perserkatze)


sehr gut verspinnbare KatzenhaareBearbeiten

Am besten lassen sich die Haare langhaariger Katzenrassen mit dichtem, weichen und feinem Fell verspinnen.

Folgende Rassen oder Mischlinge der Rassen untereinander eignen sich gut als Faserlieferant

  • (heilige) Birma - relativ kurze Stapellänge, sehr weich, Garn weich und flauschig, kratzt nicht
  • Main Coon - relativ kurze Stapellänge, sehr weich, Garn weich und flauschig, kratzt nicht
  • Perserkatze - relativ kurze Stapellänge, sehr weich, Garn weich und flauschig, kratzt nicht

bedingt verspinnbare KatzenhaareBearbeiten

Katzenhaare die entweder nicht so lang aber nicht zu glatt sind lassen sich in der Regel auch noch verspinnen, die Verarbeitung ist aber schwieriger, erfordert oft spezielle Spindeln und viel Erfahrung.

  • Karthäuser - sehr kurz, aber weich und nicht zu glatt
  • Karthäuser-Hauskatzen-Mischling - sehr kurz (1,5 - 2 cm), aber weich und nicht zu glatt

http://www.dannys-taverne.de/grafik/tiere/penny.jpg Hauskatzen-Karthäuser-Mischling

unverspinnbare Katzenhaare Bearbeiten

Katzenhaare die gleichzeitig kurz und glatt evtl. sogar noch etwas dicker sind, lassen sich meist nicht verspinnen.

Dazu zählen vor allem:

  • Europäisch Kurzhaar
  • Hauskatzenmischlinge - gemeint ist die weit verbreitete Promenadenmischung "vom Bauernhof um die Ecke"


Hinweise zur Verarbeitung mit Hanspindel und Spinnrad Bearbeiten

Da sich Katzenhaare vor allem auf Grund ihrer Feinheit zum verspinnen eigenen wird meist eine ähnliche Problematik auftreten wie bei anderen sehr feinen Fasern wie z.B. Alpaka. Die Haare neigen dazu herumzufliegen und sich an der Kleidung einzuhängen. Darum empfielt es sich beim verarbeiten ein Tuch auf den Schoß zu legen.

Da die losen Fasern auf Grund der geringen Stapellänge und ihrer Feinheit schwer zu waschen sind, empfielt es sich die Fasern ungewaschen zu verspinnen und dann das fertige Garn mehrfach mit Haarschampoo zu waschen.

Da die meisten Katzenwollen im vergleich zu Schafwolle eine eher kurze Stapellänge aufweisen sind Standspindel und Spindelrad gut für die Verarbeitung geignet.


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Bezugsquellen Bearbeiten