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Hundehaare können eine sehr reizvolle Faser für Handspinner sein.

Oft meisen die Spinner Hundehaare, da sie befürchten der aus Hundwolle gestrickte Schal würde wie der Hund anfangen unangenehm zu riechen (zu hundeln), wenn er nass wird. Dies trifft aber nicht zu, wenn die Fasern ordentlich gewaschen wurden, denn der Geruch steckt nicht in den Haaren sondern wird durch die in der Haut des Hundes sitzenden Talgdrüsen verursacht. Wäscht man den Talg gut aus riechen die Haare nicht mehr streng, je nach Tier können dazu aber durchaus mehrere Waschgänge notwendig werden, am besten verwendet man ein nicht rückfettendes Haarschampoo zum waschen der Wolle. Das Waschen ist auch bei anderen Tierhaaren z.B. der viel verwendeten Schafwolle nötig um eine geruchsentwicklung zu verhindern.

Am besten verspinnen sich ausgekämmte Hundehaare, da diese noch Ihre volle Stapellänge haben, geschnittene Haare dagegen sind kürzer, lassen sich schwerer verspinnen und man läuft Gefahr, daß die abgeschnittenen Enden aus dem Garn herausstehen und picken, wodurch dieses kratzig wirkt


FaserlieferantBearbeiten

Nicht alle Hunde kommen als Faserlieferant in Frage, manche Rassen eignen sich gut, manche weniger und andere sind praktisch nicht verspinnbar.

Die Stapellänge bei Hundewolle ist grundsätzlich niedriger als bei Schafwolle, sehr langstapelige Hundewollen bringen es gerade mal auf knappe 15 cm, das Mittelmaß liegt bei ca. 4 cm, aber wenn sie fein genug und etwas gekraust sind lassen sich auch Haare mit einer geringeren Stapellänge verspinnen.

Auch Welpenfell eignet sich, es ist in der regel feiner und weicher als das des Erwachsenen Hundes, aber die Stapellänge ist auch kürzer, was die verspinnbarkeit erschwert. Bei Hunden deren Fellänge onehin schon an der Untergrenze liegt wird man das Welpenfell nicht mehr verarbeiten können.

sehr gut verspinnbare HundehaareBearbeiten

Am besten lassen sich die Haare langhaariger Hunderassen mit dichtem, weichen und relativ feinem Fell verspinnen. Ideal sind Hunderassen deren talg weitgehend geruchlos ist oder die nur wenig Talg produzieren, da dies den Waschvorgang erleichtert.

Folgende Rassen eignen sich gut als faserlieferant

  • Afghane - hohe Stapellänge, sehr fein und weich, neigt aber stark zum filzen
  • Australian Shepherd- mittlere Stapellänge, sehr weich
  • Border-Collie - hohe Stapellänge, sehr weich
  • Bouvier de Flandres - sehr langstapelig, weich, guter Einstieg in die Hundewollverarbeitung
  • Chow-Chow sehr hohe Stapellänge, gekraust
  • Collie - langstapelig, fein und weich
  • Hovawart - sehr langstapelig, leicht kraus und weich
  • Japan Chin - sehr langstapelig, fein und weich
  • Kaukase - mittlere Stapellänge, sehr weich, leicht kraus
  • Leonberger - mittlere Stapellänge, weich und relativ fein
  • Polski Owczarek Nizinny ( = PON) - langstapelig und weich
  • Polski Owczarek Podhalanski (= Podhalaner) - langstapelig und weich
  • Samojede - die ideale Hundewolle, geruchsneutral, langstapelig, weich und leicht kraus
  • Tervueren (= langhaariger belgischer Schäferhund) - mittlere Stapellänge, fein und leicht gekraust


http://www.dannys-taverne.de/grafik/fasern/pon.jpg http://www.dannys-taverne.de/grafik/fasern/samojede.jpg

PON (grau) und Samojede (weiß) versponnen und unversponnen

bedingt verspinnbare HundehaareBearbeiten

Hundehaare die entweder lang sind oder fein und weich lassen sich in der Regel auch noch verspinnen, die Verarbeitung ist aber schwieriger, erfordert oft spezielle Spindeln und viel Erfahrung.

  • Alaskan Malamute - tolle Farbeffekte durch Zeichnung des Hundes, kurze Stapellänge, schwer zu verspinnen, ergibt aber schönes weiches Garn
  • Coton de Tuléar - weich und angenehm, aber relativ geringe Stapellänge und etwas glatt, daher schwer zu spinnen
  • Golden Retriever - weich aber relativ geringe Stapellänge und etwas glatt, daher schwer zu verspinnen
  • Malinois (= Kurzhaariger belgischer Schäferhund)- sehr kurzstapelig, etwas dicker aber weich
  • Mittel- und Zergspitz - kurze Stapellänge dadurch schwer zu verspinnen, ergibt aber wunderbar weiches Garn
  • Pudel - kurze Stapellänge dadurch schwer zu verspinnen, ergibt aber wunderbar weiches leicht glänzendes garn
  • Kraski Ovcar - mittlere bis kurze Stapellänge, daher schwierig zu verspinnen, Garn ist weich und kratzt nicht
  • Sibirian Husky - tolle Farbeffekte durch Zeichnung des Hundes, kurze Stapellänge, schwer zu verspinnen, ergibt schönes weiches Garn
  • Wolfsspitz - tolle Farbeffekte durch Zeichnung des Hundes, kurze Stapellänge, schwer zu verspinnen, ergibt schönes weiches Garn


Andere Hundehaare sind zu hart oder zu glatt, dadurch manchmal sehr rutschig und das Ergebnis nicht so gut wie bei den oben genannten.

  • Berner Sennehund - mittelstapelig aber sehr glatt, daher schwer zu verspinnen, Garn etwas kratzig, reist leicht
  • Briad - langstapelig mit schönem Glanz, aber sehr glatt, daher schwer zu verspinnen, Garn eher hart und kratzig
  • Neufundländer - langstapelig aber sehr glatt, daher schwer zu verspinnen, Garn etwas kratzig


http://www.dannys-taverne.de/grafik/fasern/husky.jpg Huskywolle versponnen und unversponnen

unverspinnbare Hundehaare Bearbeiten

Hundehaare die gleichzeitig kurz und glatt evtl. sogar noch etwas dicker sind, lassen sich meist nicht verspinnen.

Dazu zählen vor allem die Haare der glattharrigen Kurzhaarhunde ohne erkennbare Unterwolle, z.B.

  • Bullterrier
  • Dobermann
  • Jack Russel Terrier
  • Magyar Vizsla
  • Rotweiler

Ebenso ungeeignet sind drahtige kürzere Haare mit glatter Oberfläche

  • West Highland Terrier

Hinweise zur Verarbeitung mit Hanspindel und Spinnrad Bearbeiten

Da sich vor allem feine Hundehaare gut zum verspinnen eigenen wird meist eine ähnliche Problematik auftreten wie bei anderen sehr feinen Fasern wie z.B. Alpaka. Die Haare neigen dazu herumzufliegen und sich an der Kleidung einzuhängen. Darum empfielt es sich beim verarbeiten ein Tuch auf den Schoß zu legen.

Hundewolle sollte vor der Weiterbverarbeitung wirklich gut gewaschen werden, damit das Werkstück später nicht unangenehm riecht, da die laosen fasern schwer zu waschen sind empfielt es sich die fasern ungewaschen zu verspinnen und dann das fertige garn mehrfach mit Haarschampoo zu waschen.

Da die meisten Hundewollen im vergleich zu Schafwolle eine eher kurze Stapellänge aufweisen sind Standspindel und Spindelrad gut für die Verarbeitung geignet.


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Bezugsquellen Bearbeiten