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Bastfasern werden aus den Stängeln der Pflanzen gewonnen. Die sicherlich bekannteste Bastfaser ist Flachs aus der Leinen hergestellt wird.

Um Bastfasern zu gewinnen werden die Pflanzen meist mit den Wurzeln ausgezogen, damit möglichst lange Fasern verbleiben. Dann werden die Pflanzen geriffelt. Dabei werden mit Hilfe eines kammartig geformten Riffelbrettes, über das die Pflanzen gezogen werden, Blätter und Blüten entfernt. Dann werden die Pflanzen durch Rösten (= Rotten/ Röthen) weiterverarbeitet. Dieser Arbeitsgang dient dazu den Pflanzenleim (= Pektin) in den Stengeln aufzulösen. Man unterscheidet zwischen der nur ca. 1/2 Stunde dauernden chemichen Röste, bei der der Pflanzenleim durch Anwendung von chemischen Stoffen (Schwefelsäure, Natriumhydroxid oder Chlorkalk.) und Hitzeeinwirkung gelöst werden, und der biologischen Röste. Ein biologisches Röstverfahren ist die Tauröste, bei der die geernteten Pflanzen für mehrere Wochen auf dem Feld ausgebreitet werden. Durch die Taufeuchte begünstigt bilden sich Mikroorganismen, die die Pektine auflösen. Eine etwas schnellere Variante ist die Wasserröste, bei der die Pflanzen in Wasser eingelegt werden und dort mehrere Tage (bei der Verwendung von warmem Wasser = Warmwasserröste) oder sogar mehrere 2-3 Wochen (bei der Verwendung von kaltem Wasser = Kaltwasserröste) verbleiben. Danach werden die Stängel getrocknet, diesen Vorgang nennt man Darren. Dann werden die Stängel gebrochen. Dazu zieht man die Stängel über ein scharfkantiges Holz um durch das starke Knicken die holzigen Bestandteile (=Schäben) klein zu brechen. Beim anschließenden Schwingen werden die Schäben und kurze Fasern (= Schwingwerg/ Werg) aus den guten Fasern herausgeschlagen. Dann muss noch gehechelt werden. Dazu werden die Fasern über ein Brett mit spitzen Drähten ( =Hechel) gezogen um die Fasern noch einmal zu reinigen, Werg auszusortieren und die langen Fasern in eine Richtung zu kämmen.

Zu den Bastfasern gehören auch Bambus, Ramie, Hanf, Abaka, Jute und Nessel (=Brennessel)

http://www.spinnradclub.de/bilder/fasern/pflanzlich/flachs.jpg Flachs ungebleicht und gebleicht