FANDOM


Unter Auszug versteht man das Herausziehen der Fasern aus dem Faservorrat um sie dem Spinnrad ocder der Spindel zuzuführen. Es gibt verschiedne Auszugstechniken. Im groben unterscheidet man unterscheidet zwei Arten von Auszug, den kurzen und den langen, diese lassen sich aber weiter unterteilen. Je nach Lehrbuch findet man vor allem in der neueren Literatur oft auch etwas andere Bezeichnungen oder andere Einteilungen. Allerdings handelt es sich dabei eigentlich nicht um eigene Auszugstechniken sondern nur um Nuancen, was die Einteilung in nur zwei Techniken wie in den älteren Büchern bevorzugt, sinnvoller erscheinen läßt.


Entgegen dem was die Begriffe vermuten lassen bestimmt nicht die Entfernung des Spinners zur Spindel oder dem Einzugsloch die Art des Auszugs sondern die länge des Faserdreiecks.


Kurzen AuszugBearbeiten

Dieser Auszug wird meist für das Spinnen von Kammgarn verwendet, vor allem Fasern mit hoher Stapellänge eignen sich für diese Technik, sie wird vor allem für dünne Garne verwendet. Die meisten Spinnanfänger werden automatisch den kurzen Auszug verwenden. Man unterscheidet hier zwei Unterformen, je nachdem welche Hand stehen bleibt

Kurz-Vorwärts-AuszugBearbeiten

Dabei ist die hintere Hand stationär, sie bietet nur Widerlage, hält den Faservorrat und verhindert, daß der Drall in diesen hineinlaufen kann. Die vordere Hand macht praktisch alles alleine. Daumen und Zeigefinger halten, wenn man sie zusammendrückt, den Drall auf und ziehen die Fasern, die von der hinteren Hand nur lose geführt werden, aus. Die Vordere Hand beginnt kurz vor der hinteren, beim Ausziehen nähert sie sich dem Einzug. Dann drückt die hintere hand zu um den Faservorrat zu schützen und die vordere öffnet die Finger etwas um den Drall ins faserdreieck wandern zu lassen. dabei wandert sie mit dem Drall nach hinten, greift kurz vor der hinteren wieder zu, die hintere öffnet die Finger wieder und alles beginnt von vorne. Diese Auszugstechnik wird von Anfängern meist intuitiv verwendet. Sie ist aber kein guter Ausgangspunkt für andere Techniken, man sollte sie sich daher nicht zu sehr angewohnen. Sie ist aber gut für das sogenannte "worsted Spinning", also Spinnen ganz ohne Drall im Faserdreieck (geht aber nur mit langen Fasern, da kurze so auseinsnderfallen würden).

Kurz-Rückwärts-AuszugBearbeiten

Dabei ist die vordere Hand stationär. Hierbei ist die Entfernung zwischen Einzugsloch und der vorderen Hand immer gleich weit. Daumen und Zeigefinger halten, wenn man sie zusammendrückt, den Drall auf und geben der anderen Hand Zeit und Widerlage für den Auszug Die hintere Hand bewegt sich mit dem Faservorrat nach hinten und zieht dabei die Fasern aus. Zwischen den Händen entsteht ein Faserdreieck. Dann löst man den Druck von Daumen und zeigefinger der vorderen hand und lässt den Drall ins Faserdreieck laufen. Die hintere Hand geht nach vorne um den faden auf die Spule wickeln zu lassen bis sie ca. 3 cm hinter der vorderen steht, nun beginnt das ganze von vorne.


Langer AuszugBearbeiten

Der Unterschied zum kurzen Auszug besteht im Wesentlichen darin, daß man die Drehung in einen Teil des Faservorrates , also einen längeren Bereich, einlaufen läßt. Dadurch verteilt sich die Spannung über ein größeres Stück Garn und ist gleichmäßiger. Diese technik eignet sich vor allem für das Spinnen von Streichgarnen, also dickerer, fluffiger Garne aus kurzstapeligen Fasern vor allem aus dem Vlies. Die Hand, die den Faden hält, befindet sich in der Nähe des Einzugsloches. Sie hält den Faden fest, während die andere Hand die Fasern nach hinten zieht, läßt aber zu Stabilisierung des Faserdreiecks etwas Drall durch. Dann öffnet die vordere Hand weiter, damit die Drehung in die Fasern laufen kann. Hält nun wieder der Faden fest und von vorne. Dabei ist darauf zu achten, daß der Faden nicht auf die Spule läuft. Wenn dann die Arme nicht mehr lang genug sind, setzt man die Hand um und läßt den Faden auf die Spule laufen. Hin und wieder wird diese Technik noch einmal in den gwinkelten langen und den mittleren Auszug unterschieden.

Mittlerer AuszugBearbeiten

Diese Technik ist praktisch eine Erweiterung des Kurz-Rückwärts-Auszuges, die vordere Hand ist wieder stationär, drückt aber in der Regel nicht zu sondern bietet dem Faden nur etwas Führung. Sie packt nur hin und wieder an um der hinteren, ausziehenden Hand Widerlage zu geben wenn fester aneinanderhängende oder mehr Fasern kommen. Die hintere Hand zieht die Fasern zurück, der Drall wandert direkt vor Ihr her und läuft auch etwas in den Faservorrat hinein. Passen Stärke und Drall geht die hintere hand nach vorne in Richtung der Vorderen um den faden auf die Spule laufen zu lassen.

(Gewinkelter)langer AuszugBearbeiten

Beim langen Auszug steht die hintere Hand nicht in gerader Linie zur vorderen sondern im rechten Winkel dazu. Die vordere Hand steht statönär in einer beliebigen Entfernung (bei den meisten Spinnern ca. 10 cm) vor dem Einzug und drückt den Faden ab um den Drall zu stauen, ein wenig wird jedoch durchgelassen um die Fasern vor der hinteren Hand zu stärken. Die hintere Hand zieht die Fasern quer zum Körper aus, vor Ihr sollten ca. 5 cm Fasern lose sein. Hat das Garn die passende Stärke lässt die vordere Hand los und die hintere geht in Richtung Einzug um den Faden aufwickeln zu lassen.